Optisches Konzert

von der Entstehung bis heute

Manfred P. Kage (geboren 1935) gehört weltweit zu den herausragenden Persönlichkeiten der künstlerischen und professionellen Mikrofotografie.

In seinem speziellen Arbeitsbereich, der Synthese aus Wissenschaft und Kunst („Science Art“, ein von Kage seit 1966 für sein Kunst geprägter Begriff), sowie insbesondere der Multimedia- und der Videokunst hat er frühe und sehr wichtige Leistungen erbracht sowie bahnbrechende Erfindungen und Innovationen kreiert. Er wird daher auf diesen Gebieten als einer der wichtigsten Pioniere, als Visionär und renommierter Künstler genannt.

Seit 1956 dringt Kage in neue visuelle Sehwelten vor und erreicht bei seinen mikrofotografischen Kunstwerken eine Ästhetik ganz eigener Dimension.

Im Kontext zur subjektiven Fotografie und apparativen Kunst präsentiert Manfred P. Kage seit 1957 seine Werke in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen, Performances und Multimediaevents. Z.B. bei den Olympischen Spielen, im Museum of Modern Art in New York, auf der Biennale, der EXPO und der ars electronica, im ZKM Karlsruhe (Zentrum für Kunst und Medien), sowie als ZERO-Künstler. Auch in Kooperation mit anderen Künstlern wie z.B. Salvador Dalí oder bei „Musik für eine Landschaft“ mit Walter Haupt im Tal von Weißenstein (BW).

Neben zahlreichen Preisen und Auszeichnungen wurde Kages Lebenswerk 2012 mit dem Kulturpreis der DGPh (Deutsche Gesellschaft für Photographie e.V.) ausgezeichnet.

Die Deutsche Post AG würdigte Kages Werk mit 10 Briefmarken der Sonder-Briefmarkenserie „Mikrowelten“.

Bis heute kreieren Manfred P. Kage und seine Familie
Neuentwicklungen für ihre künstlerische Mikrofotografie,
Mikrovideo, der Video- und Multimediakunst.

Optisches Konzert:
Bereits 1961 entwarf Manfred P. Kage als Mitglied der Künstlergruppe ZERO sein Manifest „Zur Realisation des Optischen Konzerts“.

Intention Kages war es, Naturvorgänge im Mikrobereich durch einen von ihm entwickelten „Optischen Synthesizer“ in einer ästhetisch-künstlerischen Performance zu präsentieren. Dies realisierte er u.a. mit selbstgebauten einzigartigen Projektoren, eigens für ihn gebauten Videosynthesizern sowie Film- und Fotoaufnahmen von mikroskopischen Strukturen. Diese Elemente, welche oftmals in Verbindung mit einer von Kage entwickelten achtkanaligen Lichtorgel gezeigt wurden, konnten schon damals in Echtzeit und interaktiv wie eine Art Piano-Klaviatur durch Kage abgespielt werden.

Manfred P. Kages „Optisches Konzert“ wird heutzutage in moderner Umsetzung als medialer, abstrakter Lichtraum oder Großprojektion an Kuppeldächer, in Naturräumen und architektonischen Bauten durch die Familie Kage (Künstlerkollektiv „K4i“) meist als synästhetische, interaktive Performance mit Livemusik unterschiedlicher Musikkünstler präsentiert und weiterentwickelt.

Die ursprüngliche Idee Manfred P. Kages die optischen Effekte interaktiv und in Echtzeit wie eine Art Klaviatur zu spielen, ist auch heute zentraler Bestandteil der Performance.

Historische analoge Effekte aus dem Mikrobereich und Aufnahmen der historischen Selbstbauprojektoren Kages werden mit neu erstellten HD- und 4-K-Mikroaufnahmen (z.B. von kristallinen Strukturen) und speziellen, selbst gestalteten digitalen Effekten (welche auf den historischen Effektprojektoren und Mikroaufnahmen Manfred P. Kages basieren) zu einem abstrakten und dennoch realen Farbenrausch-Konzert „Gestern-Heute-Morgen“ kombiniert.

Auf diese Weise eröffnen sich den Betrachtern erstaunliche Sehwelten, welche die unterschiedlichsten Dimensionen und Wirklichkeiten in Raum, Materie und Zeit miteinander verschmelzen lassen.